Wer hat Lust und Spass eine Binderune zu entwickeln?

Welche Erfahrungen habt Ihr? Was kann man wie machen?

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Beitragvon Rati » 07.10.2009, 13:53

Atropos hat geschrieben:Ich weise noch einmal auf die Offenbarung des Johannes hin, das IST Teil des NT...
Ist sie das? Hmm, dann ist es mein Fehler. Wenn ich von Testament rede meine ich ausschließlich die Lebensgeschichte Jesu und das was er gesagt hat. Nicht die Evangelien und nicht die Paulusbriefe. Und Jesus sprach halt von Vergebung und Demut, nicht von Zwang und Strafe.
Atropos hat geschrieben:Die Belohnung oder auch Strafe auf das jüngste Gericht zu verschieben, untergräbt die Verantwortung der Menschen untereinander.
Und genau diese Sichtweise verstehe ich nicht. Warum sollte jemand der weis das er für seine Vergehen gegenüber anderen Menschen nach seinem Tot für eine Ewigkeit in der Hölle gequält wird, jegliche Gesetze ignorieren? Für einen Diebstahl die linke Hand abgehackt zu bekommen ist doch eigentlich erträglicher als Äonen lang zu brennen oder? Die Verantwortlichkeit unter den Menschen wird doch nicht dadurch untergraben, das denjenigen die sich einen Deut um Verantwortung scheren nahe gelegt wird ihre gemeinheiten zu lassen, weil sie auf keinen Fall ungeschoren davonkommen werden.

Und was die hier betrifft
Atropos hat geschrieben:die Ausgenutzten, Betrogenen und Gedemütigten
würde es sie bei einhaltung der Gebote durch alle nicht mehr geben. ich weis, das ist natürlich utopisch, aber wir philosophieren hier ja auch nur.
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Beitragvon Atropos » 07.10.2009, 18:44

Je nun, die Evangelien (Markus, Lucas etc.) SIND die Lebensgeschichte Jesu, nacherzählt von irgendwem. Es gibt (so heißt es jedenfalls) keine Dokumente von Zeitzeugen oder gar den Betreffenden selbst. SEIN Wort in der Form, dass man sich wirklich darauf verlassen könnte, dass es sein Wort ist, gibt es nicht. Deswegen ist das ganze Konstrukt wackelig wie ein Kartenhaus. Ich kann mich nicht erinnern, irgendwo mal gehört oder gelesen zu haben, dass einer von den Brüdern etwas geschrieben hätte. Die meisten waren arme Leute und daher wohl Analphabeten.



Anfangs waren die Christen (die es so als Einheit auch nicht gab, vielmehr versuchten die verschiedenen Sekten tapfer, sich gegenseitig mit Stumpf und Stiehl auszurotten) der Auffassung, eine weltliche MAcht hätte ihnen nichts zu sagen, sie müssten sich nur der göttlichen unterwerfen. Und da war es egal, ob man mit dem Staat in Konflikt geriet. Sie waren darauf aus, das Reich Gottes zu errichten und glaubten, sie wären schon dicht dran. Was machte es da schon aus, wenn man ins Gefängnis geworfen wurde? Vielleicht noch die begründete Hoffnung auf einen Märtyrertod, was ich mal bedingten Selbstmord nenne. Hölle, Hölle.



Später ist das System verfeinert worden. Nach der Beichte und Absolution durfte weiter gesündigt werden und zwar heftig. Das Einzige was zählte, war die Unterwerfung unter Gott und die Kirche, der Rest war uninteressant. Das hat natürlich nicht gerade zur Gesetzestreue der Bürger beigetragen oder zu deren moralischer Erhebung.



Ein Kölner Kabarettist hat das modern mal so ausgedrückt: "Ich hab nen Deal mit dem Herjöttchen. Ich zahle Kirchensteuer und dafür darf ich weiter ein bißchen über die Stränge schlagen." Das klang recht putzig und das Publikum hat gelacht, weil der Mann nicht so aussah, als ob es ihm um Raubmord ging.

Daher mein Fazit: das Christentum fördert die Unmoral. Und weil ER das natürlich gewusst hat, hat er nie gelacht.
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Beitragvon Rati » 08.10.2009, 08:24

Atropos hat geschrieben:Je nun, die Evangelien (Markus, Lucas etc.) SIND die Lebensgeschichte Jesu, nacherzählt von irgendwem..
ich denke ich muß den ganzen Kram nochmal lesen. Die Offenbarungen sind doch dieser ganze Visionskram oder etwa nicht? Ich kann mich bei der Erzählung des Jesusleben wirklich nicht an Drohungen und Strafen erinnern.

Atropos hat geschrieben:Später ist das System verfeinert worden. Nach der Beichte und Absolution durfte weiter gesündigt werden und zwar heftig. Das Einzige was zählte, war die Unterwerfung unter Gott und die Kirche,
und genau das, nämlich die Unterwerfung unter die Gebote Gottes wurde durch Dinge wie Beichte und Absolution komplett untergraben. So stand das da nicht. Es ging nämlich nicht darum das mensch sündenfrei wurde wen ihm ein anderer vergibt, sondern darum das mensch selber - Gegenleistungsfrei- anderen vergeben sollte und so vor Gott eine Erhöhung findet.
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Beitragvon Atropos » 12.10.2009, 18:52

Das Leben von J. ist das Eine und die Gebote nebst dazugehörigen Strafen das Andere. Gebote und Strafen - AT. Und das hat Er nicht aufgehoben. Auch wenn seine Gespräche mit sich selbst (dem Vater) etwas schizophren anmuten: Er war es, der Städte in die Luft gejagt und Er hat seine Schöpfung absaufen lassen.



Willst du dir das wirklich antun und den ganzen Kram noch mal lesen? Es wäre - meiner Meinung nach - schade um die Zeit.
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Beitragvon Rati » 13.10.2009, 08:39

Atropos hat geschrieben:Das Leben von J. ist das Eine und die Gebote nebst dazugehörigen Strafen das Andere. Gebote und Strafen - AT. Und das hat Er nicht aufgehoben..
stimmt schon, aber ER hat sich auch von Moses besänftigen lassen und hat erklärt einen Fehler gemacht zu haben als er sein Volk vernichten wollte. Er hat sozusagen Bessserung gelobt (sprach der Psychoterapeut über den Vergewaltiger der nach seinem gutachten freigelassen wurde und erneut zugeschlagen hat.) und das schon im AT.

Atropos hat geschrieben:Willst du dir das wirklich antun und den ganzen Kram noch mal lesen? Es wäre - meiner Meinung nach - schade um die Zeit.
ooch, die langen dunklen Winterabende, die leicht depressive Naturstimmung.... :roll: ich denke das passt schon. :twisted:



Übrigens habe ich vor ein paar Tagen den ultimativen Beweis gehört, das Gott tatsächlich ein Mann sein muß. Siehe Witztread.
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Beitragvon Atropos » 16.10.2009, 16:40

Wir müssen mal bei chorge um Nachsicht bitten, dass wir so am Thema vorbei quasseln. Fortsetzung bei "Religion". Andererseits, so kann man auf subversive Weise einiges einschmuggeln. :twisted:
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