Hexentanzplatz und Rosstrappe

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Hexentanzplatz und Rosstrappe

Beitragvon Halvar » 30.05.2008, 14:00

Hexentanzplatz und Rosstrappe



Der Ausgang des alpin anmutenden Bodetals aus dem Harz bei Thale ist flankiert durch Hexentanzplatz und Roßtrappe, beides Orte, die in heidnisch-germanischer Zeit bis 800 n.Chr. wegen ihrer außerordentlich exponierten Lage als Volks- oder Fliehburgen sowie als Kultstätten von überregionaler Bedeutung zur Götterverehrung genutzt wurden. Sachsenwall (Bereich des Hexentanzplatzes) und Heidenwall (Rosstrappengebiet) sind noch vorhandene bauliche Relikte aus prähistorischer Zeit.





Der Sachsenwall



Neuere Bezeichnung für die Vorburgbefestigung der tiefergelegenen Homburg auf dem äußeren Sporn des Hexentanzplatzmassivs.

Der Wall, eine ehemalige Trockenmauer aus Granitsteinen von ungefähr 150 m Länge, 4m Basisbreite und etwa 2m Höhe, erstreckt sich vom Rand des Steinbachtales bis zum Rande des Bodetales. Errichtet wurde er zwischen 750 und 450 v. Chr. und diente vermutlich als Fluchtburg eines Stammesverbandes.

Eine kultische Nutzung dieses Bereiches durch den Fund des Opfersteines (jetzt in der Walpurgishalle) und einer Bronzekeule(jetzt im Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte Halle ist sehr wahrscheinlich.



Opferstein



Der im Eingangsbereich der Walpurgishalle liegende „altheilige Stein“ mit der eingemeißelten Svastika, dem glücksverheißenden Sonnensymbol, wird seiner Entstehung nach um den Beginn der Zeitenwende vermutet. Er wurde 1901 kurz vor Fertigstellung der Walpurgishalle unweit von ihr entdeckt. Der Fundort des etwa 1.5 Tonnen schweren schinkenförmigen Granitsteins mit einer schalenförmigen Vertiefung an der Oberseite ist gekennzeichnet. Der Opferstein sowie eine gleichfalls in der Nähe gefundene kultische Bronzeaxt sind bedeutende Indizien dafür, dass das ursprüngliche Areal einer frühgeschichtlichen Volks- oder Fliehburg, geschützt durch eine etwa 750 v. Chr. erbaute heute als Sachsenwall bezeichnete Trockenmauer, bis zur Christianisierung um 800 n. Chr. auch als Opferhain genutzt wurde.



Wendhusen



Im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Thale trifft der Tourist häufig auf ein mittelalterliches Symbol – die stilisierte ottonische Kaiserkrone. Dieses an den zahlreichen informativen Wegweisern angebrachte Zeichen geleitet den geschichtsinteressierten Wanderer zur prähistorischen Wallanlage der Winzenburg und auf das Gelände des ehemaligen Klosters Wendhusen.

Die beiden mythen- und geschichtsbeladenen Orte liegen an den Wegen deutscher Kaiser und Könige, die mit ihrem Gefolge vom 10. bis 12, Jahrhundert die Wiege und das Zentrum des ersten deutschen Reichsgebildes, den Harz, auf vielfältigen Wegen kreuzten, um zu ihren Pfalzen im Bereich dieses Mittelgebirges zu gelangen.

Reichlich vorhandene Erze und deren Verhüttung sowie der Waldreichtum als Grundlage der dafür benötigten Holzkohle bildeten die wirtschaftliche Basis für die dominierende Rolle des Harzes in jener Zeit. An sie erinnern auch viele romanische Kirchen und die Relikte alter Reichsburgen in seinem Umfeld.

Das Projekt „Wege deutscher Kaiser und Könige des Mittelalters im Harz“ wurde in Vorbereitung auf den 1996 in Wernigerode stattgefundenen deutschen Wandertag initiiert. Viele weitere Harzklubzweigvereine, darunter auch der von Thale, haben sich diesem Projekt angeschlossen, und so kann der Tourist künftig nach Fertigstellung des Gesamtvorhabens nahezu 5oo km auf authentischen Wegen mittelalterlicher Kaiser und Könige im Kernland der Ottonen wandern.



Warnstedter Mordkreuz



Der so bezeichnete rechts der Straße von Thale nach Timmenrode stehende Stein mit einem eingemeißelten Kreuz erinnert an eine Begebenheit aus dem Jahre 1113. Zwischen dem Kaiser Heinrich V. und dem Pfalzgrafen Siegfried

gab es Besitzstreitigkeiten um die vakant gewordene Orlamünder Grafschaft.

Mit gleichgesinnten Feudalherren kam Siegfried zwecks Bildung einer Verschwörung gegen den Kaiser in Warnstedt zusammen. Der Ort des Treffens war jedoch verraten worden. Der kaiserliche Feldherr Graf Hoyer von Mansfeld besiegte am 21. Februar 1113 die Aufständischen mit ihrer kleinen Streitmacht, wobei der flüchtende Pfalzgraf Siegfried am Standort des Steins vom Pferd gerissen und schwer verwundet wurde. Er starb an seinen Verletzungen wenig später am 9. März.





M.F.G. Halvar

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