Mythenweg in Thale

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Mythenweg in Thale

Beitragvon heimdall » 01.06.2008, 17:38

Der Brunnen der Weisheit

Platz Neues Rathaus



Der vor dem Rathaus stehende Brunnen mit dem einäugigen Götterkönig Wotan wurde im Juli 2004 als erstes Figurenensemble des Mythenweges errichtet. Ganz in der Nähe wächst eine noch junge Esche, die anlässlich der Rathauseinweihung gepflanzt wurde. Entsprechend der Mythologie befindet sich der Brunnen an einer der drei Wurzeln des Weltenbaumes, der von der Unterwelt über das Menschenreich bis in den Götterhimmel hineinragt. Wir sehen hier Wotan, die Leitfigur des Mythenweges, wie er gerade aus der Quelle der Weisheit trinkt und dabei erfährt, dass der Untergang der germanischen Welt in einer Götterdämmerung vorbestimmt ist. Für diese Erkenntnis musste der höchst Germanengott aber ein Auge opfern. Er steht hier auf dem Brunnen in seiner Festtagskleidung mit einem von Adlerfedern geschmückten Helm. In einer Hand hält Wotan sein Trinkhorn, in das ständig das weise machende Quellwasser hineinsprudelt, in der anderen den Speer Gungnir. Wie die Krieger der früher hier lebenden sächsischen Stämme trägt er ein nur kurzes Schwert am mit der Midgardschlange verzierten Gürtel. An einer anderen Stelle der Gürtels hängt der Zauberring Draupnir, aus dem jede Woche neun weitere kostbare Ringe heraustropfen und damit Reichtum und Macht Wotans begründen. Sein prächtiger Umhang ist das Symbol für das Himmelszelt. Am Rocksaum kann man seine Namen „Wotan“ und „Odin“ auch in Runenschrift erkennen. Wotan ist der Gott des Windes, der Weisheit, sowie der Dicht-, der Heil- und Zauberkunst aber auch der Gott der Schlachten und der Totengott. Hier bei uns in Thale finden wir ihn jedoch in friedlicher Absicht, denn seine Speerspitze ist nach oben gerichtet. Am Brunnen sehen wir noch seine beiden Raben Hugin und Munin, die täglich die Welt auf aktuelle Ereignisse hin abchecken . Die Zwerge Austri, Sudri, Westri und Nordi weisen in die vier Himmelrichtungen. Der Schöpfer des Brunnens, Herr Jochen Müller aus Quedlinburg, hat die kecken kleinen Kerle, die einst den Götterhimmel stützen mussten, mit Ausrüstungsteilen versehen, die auch bei Wotan zu entdecken sind, z.B. mit dem Trinkhorn, dem Brustharnisch, dem Helm oder dem Schwert. Damit erhält das Ganze auch eine etwas heitere Note und wir werden daran erinnert, den längst vergangenen heidnisch germanischen Götterkult heute nicht mehr ernst zu nehmen.













Weltesche

Platz Neues Rathaus



Weltesche mit Eichhörnchen Rattenzahn, dem Zuträger von gegenseitigen gehässigen Bemerkungen eines Drachen an der Wurzel und eines Adlers in der Baumkrone.







Sleipnir

Kurpark



Im Kurpark unserer Stadt steht Sleipnir, das achtbeinige Pferd Wotans als eine ausgezeichnet gelungene Kunstschmiedearbeit des Metallgestalters Holzhauer aus Gernrode.



Der Name „Sleipnir“ - übersetzt: der „Dahingleitende“ – zeigt uns, dass es sich hierbei um ein Zauberpferd handelt, mit dem der einäugige Götterkönig ohne Probleme nicht nur auf der Erde sondern auch über die Wolken und Meere zu reiten bzw. fliegen vermochte.



Mit diesem von den heidnischen Germanen als heilig verehrten Ross stach Wotan jedes andere Pferd an Schnelligkeit aus. Es wurde von ihm auch während der Götterdämmerung, dem Endkampf der Götter gegen die Riesen und andere Ungeheuer geritten. Sleipnir entstammt einer List des Feuergottes Loki. Der oft hinterhältige Verwandlungskünstler nahm die Gestalt einer schönen Stute an und lockte so den feurigen Hengst Svaldivari von der Baustelle der Götterburg Asgard weg. Das führte dazu, dass der Steinmetzriese Hrimthur ohne sein starkes Pferd das gewaltige Bauvorhaben nicht termingerecht fertig stellen konnte.



Diese provozierte Vertragsverletzung war von den Göttern beabsichtigt, denn sie wollten den vom Riesen verlangten hohen Preis für die Götterburg nicht zahlen. Er verlangte die Sonne, den Mond und die Fruchtbarkeitsgöttin Freyja, erhielt diese aber schließlich wegen des Terminverstoßes nicht. Etwa elf Monate nach diesem Ereignis gebar die Stute ein kräftiges Hengstfohlen, das Sleipnir genannt wurde und später Wotan als Reitpferd dient



Midgardschlange

Talstation Schwebebahn





Die Midgardschlange ist ein Meeresungeheuer aus der germanischen Mythologie. Sie umschließt und bewacht das Menschenreich (Midgard). Während der „Götterdämmerung“ tötet sie der Donnergott Donar mit seinem Hammer.



Drache Nidhögg

Walter-Rathenau-Straße



Der Drache Nidhögg ist ein Fabelwesen aus der germanischen Mythologie. Er haust in der Unterwelt bei der Göttin Hel und frisst ständig an einer Wurzel der Weltesche, die die germanische Welt von der Unterwelt über das Menschenreich (Midgard) bis in den Götterhimmel zusammenhält.



Heimdall

Poststraße-Bahnhofstraße-Lindenbergsweg





Bewacht den Regenbogen Bifröst und bläst mit seinem Horn zur Götterdämmerung



Zur feierlichen Einweihung am 26. April 2007des Schutzgottes Heimdall



waren neben Patricia Werner als Vertreterin der Ostdeutschen Sparkassenstiftung auch Thales Bürgermeister Thomas Balcerowski, Dr. Harald Watzek als geistiger Vater des Mythenwegs, der Chef der Kreissparkasse Quedlinburg, Dr. Klaus Köhler, und natürlich der Künstler Wolfgang Roßdeutscher, sowie zahlreiche Gäste anwesend. Bevor jedoch der Wächter der Feuerbrücke seinen Dienst an der Ecke Poststraße / Bahnhofstraße aufnehmen konnte, wurden im Rathaus die Weichen für die Weiterführung des Mythenwegs gestellt. Frau Werner nutzte die Feierstunde, um Herrn Watzek einen Fördermittelbescheid für die Schaffung der Nornen zu übergeben. Die drei Schicksalsgöttinnen sollen im nächsten Jahr an der nördlichen Ecke des Kurparks aufgestellt werden.





Dreiteilige Figurengruppe der Nornen



vorgestellt

Sie heißen »Urd«, »Werdandi« und »Skuld« und sind die drei Schick-salsgöttinnen der germanischen My-thologie. Mitte Januar wurde der Entwurf für die dreiteilige Figurengruppe vorgestellt, welche im Herbst im nordwestlichen Teil des Friedensparks aufgestellt werden soll. Da der Auftrag für die Figur diesmal in vier neuen Bundesländern ausgeschrieben wurde, hatte die fünfköpfige Jury die schwierige Aufgabe, sich für einen von insgesamt 15 Entwürfen zu entscheiden. Den Zuschlag erhielt der Künstler Michael Weihe aus Brehna, weil es ihm am besten gelungen sei, die als Schwestern geltenden Nornen als ein Ganzes zu verkörpern, gleichzeitig aber die Charakteristika der einzelnen Figuren herauszuarbeiten. Weihe wird die drei Meter hohe Skulptur aus polnischem Hartsandstein fertigen, wobei er die in die Vergangenheit schauende »Urd« als alte Frau, die für die Gegenwart stehende »Werdandi« als schöne, junge Nacktheit, und die Zukunft verkörpernde »Skuld« geheimnisvoll verhüllt darstellen will.
Erst in einer Zeit der Unruhe kann man Treue erkennen.
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