Runensteine in Deutschland

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Runensteine in Deutschland

Beitragvon Aelinor » 08.02.2007, 09:33

Zwischen 5000 und 6000 Runensteine sind in Skandinavien gefunden worden, davon über 3000 im Raum des heutigen Schweden, so dass der Brauch vermutlich von hier ausgegangen ist. Sie sind in Norwegen und Schweden seit dem 4. Jahrhundert, in England seit dem 7. Jahrhundert und in Dänemark seit dem 9. Jahrhundert zu finden. Vereinzelte Steine finden sich auch im Baltikum und in Russland, auf Grönland und auf den britischen Inseln außerhalb Englands. Bekannte Runensteine in Schweden sind der Runenstein von Ramsundberg und der Runenstein von Rök. In den USA gefundene Runensteine Runenstein von Kensington, Minnesota sind Fälschungen.



Deutschlands vier, im Umkreis von Haithabu gefundene Runensteine, sind im Museum von Schloss Gottorf in Schleswig zu sehen; einzig der Runenstein von Busdorf steht noch im örtlichen Wikingermuseum. Seine Übersetzung lautet: König Sven setzte diesen Stein für Skarthi, seinen Gefolgsmann, der nach Westen (vermutlich England) gefahren war, aber nun bei Hedeby fiel. Hedeby (Heideort) ist die alte Schreibweise von Haithabu.



Runensteine

Deren gibt es bei Haithabu zwei, den "Skarthi-Stein" und den "Erik-Stein", benannt nach den lieben Verstorbenen, an die sie erinnern sollen.



Der Skarthi-Stein wurde 1857 südlich von Busdorf gefunden. Er lag zwischen zwei Grabhügeln, den sogenannten "Twebargen", nahe des westlichen Hügels. Die Inschrift auf dem Stein besteht aus Runen des jüngeren Futhark, ist in Alt-Dänisch geschrieben und lautet übersetzt:



"König Sven setzte diesen Stein für Skarthe, seinen Gefolgsmann, der nach Westen fuhr, aber nun fiel bei Haithabu."



Mit König Sven ist wohl Sven Gabelbart gemeint, der 988 bis 1014 A.D. als dänischer König regierte. Der andere König Sven, der in Frage käme, ist Sven Estridsen, unter dessen Herrschaft Mitte des 11. Jahrhunderts der Bau von Hügelgräbern schon längst aus der Mode war. Damit ist auch erklärt, wohin Skarthe Richtung Westen unterwegs war, denn unter Sven Gabelbart war England beliebtes Ferienziel ambitionierter, zu Hause wenig ausgelasteter Wikinger. Mit dem Erfolg, daß Sven auch König von England war, als er starb. Skarthe war also als Gefolgsmann von König Sven in England gewesen, bevor er vor Haithabu fiel. König Sven schuldete es zumindest seinen wichtigsten Gefolgleuten, ihnen nach ihrem Tod ein Denkmal zu setzten und gab einen Runenstein in Auftrag. Vermutlich hat er auch die Beisetzung von Skarthe in dem Hügel veranlaßt, an dessen Fuß der Stein gefunden wurde. Bei einer bereits 1889 erfolgten Ausgrabung fand man am Boden des Hügels eine Grabgrube mit Resten eines hölzernen Sarges, eines Skelettes, Eisenteilen und geprägtem Leder. Nach den Beigaben paßt diese Bestattungsform in die jüngere Wikingerzeit und somit in die Zeit Sven Gabelbarts und Skarthes.



Erikstein

Bereits 1796 wurde auf einer Anhöhe westlich des Halbkreiswalles von Haithabu ein anderer Runenstein entdeckt; ebenfalls zwischen zwei Grabhügeln. Auf dem sogenannten Kreuzberg finden sich zwei große und, etwas abseits davon, ein kleinerer Grabhügel. Schon 1798 und 1888 erfreuten sich die größeren Hügel wissenschaftlichen Interesses und gaben Reste von Brandbestattungen frei, wobei die Vertreter besagter Wissenschaft uns keine genauen Angaben über Funde oder Fundumstände hinterlassen haben. Der kleine Grabhügel zeigte bei Untersuchungen im Jahre 1938 ebenfalls Reste einer Brandbestattung mit einer grob zugerichteten Bernsteinperle als Beigabe. Die Funde machen eine Datierung freilich schwierig. Vermutlich handelt es sich um Gräber, die spätestens der frühesten Wikingerzeit entstammen. Damit sind sie als Anwärter auf die Grabstätte des auf dem Runenstein erwähnten Erik leider aus dem Rennen; es sei denn, dieser wurde abseits des Hauptgrabes in einem der Grabhügel nachbestattet und entging so dem mehr oder weniger scharfen Blick der Forscher.



Für Erik wurde zumindest der Stein zwischen den beiden Hügeln aufgestellt. Die Inschrift ist wieder in Alt-Dänisch verfaßt und in Runen des jüngeren Futhark geschrieben. Sie lautet:



"Thorolf, der Gefolgsmann Svens, errichtete diesen Stein für seinen Genossen Erik, der den Tod fand, als die Krieger Haithabu belagerten, und er war Steuermann, ein wohlgeborener Krieger."



Die Gleichartigkeit von Sprache und Schrift sowie die inhaltliche Ähnlichkeit ("Person A setzt Person B diesen Stein" inklusive Definition der Beziehung zwischen Person A und Person B) belegen, daß Erik- und Skarthi-Stein der gleichen Zeit entstammen. Die Erwähnung eines Kampfes um Haithabu sowie des Namens (König) Svens legt sogar nahe, daß Erik und Skarthi bei den gleichen Kämpfen ums Leben gekommen sind.



quelle: wikipedia &

Elsner, Hildegard:Wikinger Museum Haithabu: Schaufenster einer frühen Stadt, Neumünster 1989

Jankuhn, H.:Haithabu, ein Handelsplatz der Wikingerzeit, Neumünster 1986, S. 70ff.
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Beitragvon mynoriker » 15.04.2009, 15:49

In den Keltenstein bei Igleinsberg siehe http://www.mystische-oberpfalz.de/?p=752 sind auch Runen geritzt.

Der Stein ist in der Nähe von Viechtach.

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Liebe Grüsse

Markus
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